Vorlage des Energieausweises bei der Besichtigung

16.05.2014 15:40 von Sara Wagner

Welche Änderungen bringt die Novelle der Energieeinsparverordnung ab 1. Mai 2014 mit sich?

Am 1. Mai 2014 tritt die novellierte Energieeinsparverordnung in Kraft. Die Novellierung bringt eine Reihe wichtiger Änderungen, vor allem rund um den Energieausweis.

Angaben in Immobilienanzeigen (§ 16a EnEV)

Wer eine Immobilie verkaufen oder vermieten möchte und zu diesem Zweck eine Anzeige in kommerziellen Medien aufgibt, muss ab dem 1. Mai 2014 bestimmte Angaben aus dem Energieausweis in der Immobilienanzeige machen. Dies gilt aber nur, wenn zum Zeitpunkt der Aufgabe der Immobilienanzeige ein Energieausweis vorliegt. Für die Frage, welche Angaben in der Anzeige zu machen sind, kommt es dann darauf an, ob ein Ausweis nach der EnEV 2013 oder nach altem Recht vorliegt. Bei Ausweisen für Wohngebäude, die nach  Inkrafttreten der EnEV 2013 (nach dem 1. Mai 2014) ausgestellt wurden, muss in der Immobilienanzeige auch die Energieeffizienzklasse (A+ bis H) angegeben werden. Liegt hingegen zum Zeitpunkt der Immobilienanzeige für das betreffende Wohngebäude ein gültiger Energieausweis nach bisherigem Recht, also ohne Angabe einer Energieeffizienzklasse, vor, muss auch in der Immobilienanzeige keine Effizienzklasse angegeben werden.

Vorlage des Energieausweises bei der Besichtigung
(§ 16 Absatz 2 EnEV)

Ab dem 1. Mai 2014 muss der Energieausweis bei der Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts den potenziellen Käufern bzw. Mietern vorgelegt werden. Bisher musste der Energieausweis diesen Personen "zugänglich" gemacht werden. Außerdem muss der Energieausweis zukünftig unmittelbar nach Vertragsschluss dem Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden (Kopie oder Original).

Erweiterte Pflicht zum Austausch alter Heizkessel

Ab 1. Mai 2014 müssen Heizkessel der Jahrgänge 1984 und älter bzw. über 30 Jahre alte Heizkessel ausgetauscht werden. Bisher galt die Regelung für Kessel, die vor dem 1. Oktober 1978 eingebaut wurden. Nicht betroffen von der Austauschpflicht sind Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad haben. Die Pflicht erfasst nur so genannte Konstanttemperaturheizkessel. Außerdem sind viele selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser von der Pflicht ausgenommen. Hier gilt die bereits seit der EnEV 2002 bestehende Regelung fort, nach der Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 in diesen Häusern mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben, von der Austauschpflicht ausgenommen sind. Im Falle eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht dann vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.

 

 

Verschärfung der Neubauanforderungen erst ab 2016

Die energetischen Anforderungen an Neubauten werden ab dem 1. Januar 2016 in wirtschaftlich vertretbarer Weise angehoben, und zwar um durchschnittlich 25 Prozent des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 Prozent bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle - dem sogenannten zulässigen Wärmedurchgangskoeffizienten.

Sanierung bestehender Gebäude

Bei der Sanierung bestehender Gebäude wurden die energetischen Anforderungen nicht verschärft. Die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile sind hier bereits anspruchsvoll. Hinzukommt, dass das zu erwartende Energieeinsparpotenzial bei einer zusätzlichen Verschärfung im Vergleich zum aktuell geltenden Recht nur gering wäre.

Quelle: http://www.bmub.bund.de/themen/klima-energie/energieeffizienz/faqs-energieeinsparverordnung/

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